CeBIT 2010: Soziale Netzwerke unter Beschuss

Sind unsere Daten noch zu retten?

03/04/2010 | Bochum 

Das Thema der heutigen Live-Talkshow in der G Data-Arena wird seit längerer Zeit immer wieder kontrovers diskutiert. Es geht um soziale Netzwerke und hier u. a. um die heiklen Bereiche Datenschutz und Inhaltsverantwortung. Die beiden Moderatoren Wolfgang Back und Wolfgang Rudolph diskutierten mit interessanten Gästen über Ansprüche, Anforderungen und Lösungen sowie die Gefahren und Chancen des Mitmach-Netzes.

 

Die G Data Arena-Talkrunde: v. l. Wolfgang Back, Hans Solar (Fachredakteur CD Austria), Dr. Johannes Mainusch (Vice-President Operations, XING AG), Ralf Benzmüller (G Data Security Labs), Fabian v. Keudell (Fachredakteur CHIP), Ossi Urchs (Internet-Guru), Wolfgang Rudolph

 

 

Die Fragen des Tages:
Sind unsere Daten noch zu retten? Was sollten Networker beachten?

 

Ossi Urchs, Internet-Guru: "Das Bewusstsein der Nutzer für das, was Privat bzw. öffentlich ist, ändert sich dramatisch. Zeitgleich hat die veröffentlichte Diskussion darum Mühe dieser Entwicklung zu folgen. Was wir brauchen ist eine neue Diskussion darum, was Persönlichkeitsrechte und Datenschutz im Zeitalter sozialer Netzwerke eigentlich bedeuten."

 

 

Fabian v. Keudell, Fachredakteur CHIP: "Wer in Zukunft nicht bei sozialen Communities teilnimmt, wird zwangsweise aus dem gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen."

 

 

 

 

Hans Solar, Fachredakteur CD Austria: "Die Kommunikation ohne Grenzen bietet sehr viele Vorteile. Das Bewusstsein über Nachteile muss aber erst geschaffen werden."

 

 

 

 

Dr. Johannes Mainusch, Vice President Operations - XING AG: "Interessante Gesprächsrunde. Bemerkenswerter Aspekt, dass heraus gestellt wurde, dass wir in einer neuen Ära der Kommunikation ankommen, in der Transparenz und Vertrauen immer wichtiger werden, weil Kommunikation viel öffentlicher erfolgt. Basis für Kommunikation ist Vertrauen, Transparenz und Identität. Dafür stehen wir."

 

 

Ralf Benzmüller, Leiter G Data Security Labs: "Das Dilemma von sozialen Netzwerken besteht darin, dass man Freunde mit ähnlichen Interessen finden will. Dazu muss man diese Interessen nennen, andererseits ist es möglich, diese Informationen für kommerziell motivierte Zwecke zu missbrauchen."

 

 

 

Wolfgang Back: "In der heutigen Diskussion ging es um soziale Netzwerke, die nicht leicht zu definieren sind. Es stellte sich heraus, dass oft Facebook und Xing genannt wurden. Es wurde klar, dass es ein Diskrepanzverständnis zwischen Eltern und Jugendlichen geben kann. Dieses ist sicherlich ein Generationsproblem, dass sich mit der Zeit von selbst lösen kann. Soziale Netzwerke haben große Vorteile, der Mensch kann sich austauschen; jedoch muss man in der Tat darauf achten, was man von sich Preis gibt."

Wolfgang Rudolph: "Wer verantwortlich mit seinen eigenen Daten umgeht und sich bewusst ist, was er wo Preis gibt, braucht keine Angst zu haben vor den weltumspannenden sozialen Netzwerken, sondern kann auch von der positiven Seite dieser neuen Technologie profitieren. Speziell ausgewählte Angebote aus dem eigenen Interessenbereich und Konzentration der Werbung auf eigene Vorlieben sind der Lohn."

 


Thorsten Urbanski